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G8 - Gespräch zwischen Eltern und Schule

Am 19.02.2008 fand am St. Raphael Gymnasium Heidelberg ein Gespräch zwischen Schulleitung und Elternvertreter zum Thema G8 statt. Philipp Vandré hat freundlicher Weise sein Protokoll über diesen Gedankenaustausch zur Verfügung gestellt.

Gesprächsteilnehmer

Schulleitung: Ulrich Amann, Rainer Sieverling
Eltern: Manuela Palmer, Julian Köpke, Christine Roth, Philipp Vandre

Gesprächsgrundlage

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Schule mit der Vermittlung von Sachwissen Freude am Lernen vermitteln sollte und dass dies durch die Einführung von G8 unnötig erschwert wird. Die erhöhte Wochenstundenzahl und die Last der Lehrstoffmenge üben generell verschärft Druck auf Lehrer- wie Schülerschaft aus, auch wenn das individuell unterschiedlich wahrgenommen wird.
Inhalt des Gesprächs war es deshalb, aufgrund der Erfahrungen am St. Raphael-Gymnasium seit Einführung von G8 in 2004 abzuwägen, welche schulinternen Maßnahmen den Schulalltag entlasten könnten. Am Rande wurde aber auch über Möglichkeiten gesprochen, politisch etwas über die Schule hinaus zu bewegen. Dabei galt es zu erfahren, was die Schulleitung für Maßnahmen zu ergreifen wünscht.
Herr Amann versicherte uns, dass er auf der anstehenden Gesamtlehrerkonferenz am 5. März eine Verständigung mit dem Lehrerkollegium weitestgehend ohne Beschlussfassung herbeiführen möchte, um den Lehrern größtmöglichen Spielraum zu überlassen. Jede freiwillige Vereinbarung ist ihm in der Praxis wertvoller als ein angeordneter Beschluss.
Das umfangreiche Themenfeld G8 wurde in zwei Stunden von allen Seiten ausführlich und in vielerlei Querbezügen diskutiert. Das macht es mir unmöglich (und auch wenig sinnvoll), das Gespräch in seiner chronologischen Abfolge wiederzugeben. Deshalb fasse ich die verschiedenen Aspekte inhaltlich zusammen, wobei ich die Fragestellungen aufgreife, die auf dem Treffen der Elternvertreter von Klasse 5-8 am 18. Februar 2008 zusammengetragen worden sind.

Rahmenbedingungen für den Unterricht

  • Die Wochenstundenzahl ist zwar hoch, aber kann nicht wirksam reduziert werden, solange zur bundesweiten Anerkennung der allgemeinen Hochschulreife bestimmte Jahreswochenstundenzahlen von der Kultusministerkonferenz festgeschrieben sind. Momentan würde weniger Unterricht in einem Schuljahr zu mehr Unterricht in einem anderen Schuljahr führen.
  • Der z.T. hohe Ausfall von Unterricht ist leider nur begrenzt abzufedern. Herr Sieverling tut alles, um die Ausfallstunden aufzufangen, durch sinnvollen Ersatzunterricht zu füllen, oder ans Ende des Schultages zu legen. Tatsächlich fällt nur wenig Unterricht wegen Krankheit aus. Unterrichtsausfall durch Lehrerfortbildungen und schulinterne Aktivitäten wie z.B. Klassenfahrten und Ausflüge ist leider unvermeidbar, kommt aber unseren Schülern auch zu Gute. Der Grund für Stundenausfälle wird über den Vertretungsplan sowohl dem Kollegium wie den Klassen mitgeteilt.
  • Es sollen mehr Doppelstunden eingeführt werden, um die Unterrichtstage zu „entschleunigen“ sowie Gruppenunterricht und Übungsphasen zuzulassen. Durch die Bildungspläne, Vergleichsarbeiten und Zentralabitur sind allerdings Grenzen gesteckt, da der Unterricht in Doppelstunden auch das Lerntempo reduziert. Deshalb gibt es eine Arbeitsgruppe im Lehrerkollegium, die sich mit möglichen Stundenplangestaltungen befasst und verschiedene Konzepte diskutiert. Herr Amann hält ein Mischmodel 2-1-1 mit jeweils einer Doppel- und zwei Einzelstunden in allen Kernfächern für sinnvoll. Die Doppelstunden sollen nach Möglichkeit so verteilt werden, dass an jedem Unterrichtstag eine Doppelstunde stattfindet.
  • Epochaler Unterricht (ein Fach wird in einem Semester/Schuljahr verstärkt unterrichtet und entfällt dafür im folgenden Semester/Schuljahr) kann in Fächern wie z.B. Kunst oder Musik, wenn auf die Präsentation eines Projektes hingearbeitet wird, sinnvoll sein, bewirkt allerdings keine generelle Entlastung.
  • Klassenarbeiten sollten terminlich besser abgesprochen werden um die hohen Spitzen im Schuljahr zu entschärfen. Dies zu regeln liegt schon jetzt in der Verantwortung der Klassenlehrer.
  • Poolstunden sollten als Freiräume genutzt werden, soweit das nicht schon geschieht.
  • Die Initiative „Schüler helfen Schülern“ soll belebt werden. Ältere Schüler sollen so in die Verantwortung genommen werden und die Jüngeren beim Lernen unterstützten. So könnten sowohl besonders begabte Schüler wie auch Schüler, die Nachhilfe benötigen, gefördert werden.
  • Der Nachmittagsunterricht wird so zu planen versucht, dass auch die Schüler mit langen Fahrtwegen nicht zu spät nach Hause kommen.
  • Samstagsunterricht wäre keine wirkliche Entlastung und ist nicht durchsetzbar.
  • Klassen können leider nicht verkleinert werden, da für eine weitere Klasse pro Jahrgang die Lehrkräfte und Räumlichkeiten fehlen, andererseits bei weniger Schülern pro Jahrgang das Kursangebot für die Oberstufe nicht aufrecht erhalten werden könnte.
  • Für die Teilung der Klassen in weiteren Fächern als bereits praktiziert, mangelt es ebenfalls an Lehrkräften und Räumlichkeiten.
  • Die Altersspanne innerhalb einer Klasse sollte auf maximal zwei Jahre reduziert werden. Die Aufnahme von hochbegabten jüngeren Kindern hat sich andererseits bewährt.
  • Wegen des Mangels an Räumlichkeiten kann das Angebot an sportlichen Aktivitäten kaum über das bestehende Unterrichts- und AG-Angebot hinaus erweitert werden.
  • Insbesondere junge Schüler sollten aufgefordert werden, ausreichend zu trinken. In der Schule stehen dafür Getränkeautomaten bereit. Auch das Leitungswasser ist trinkbar, wenn auch nicht unbedingt wohlschmeckend. Trinkwasser-Zapfautomaten werden allerdings nicht aufgestellt, da sie zu anfällig sind für bakteriellen Befall.
  • Der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium soll ab Schuljahr 08/09 durch die Einführung einer einwöchigen Einschulungsphase erleichtert werden, in der die Fünftklässler nur von den Klassenlehrern unterrichtet werden und so schneller zusammenwachsen sollen.

Unterrichtsgestaltung

  • Das Schulcurriculum, das ein Drittel des gesamten Curriculums ausmacht, soll weiterhin den Lehrern größtmöglichen Freiraum eröffnen, um flexibel auf die jeweilige Unterrichtssituation reagieren zu können.
  • Die Lehrer haben die Aufgabe, Lernstoff, der in G8-Klassen bereits früher bearbeitet werden muss als bisher, didaktisch auf das jeweilige Alter der Schüler anzupassen.
  • Neben der unabdingbaren Vermittlung von Sachwissen sollen Methoden- und Lernkompetenz intensiver durch exemplarisches Lernen und regelmäßige Übungsphasen gefördert werden.
  • Repetitionsphasen sollen nach Möglichkeit in den Schulunterricht integriert werden.
  • Die Fortsetzung des Angebots „Lernen des Lernens“ durch die Klassenlehrer über die fünften Klassen hinaus wird als sinnvolle Anregung aufgenommen.
  • Lehrmaterialien sollten aktualisiert werden, wo es noch notwendig ist.

Hausaufgaben

  • Die Schulleitung beabsichtigt, sich für die Reduktion von Hausaufgaben einzusetzen. Es ist angedacht, neben dem obligatorischen Vokabellernen nur in den Kernfächern Hausaufgaben erteilen zu lassen und in allen anderen Fächern die Hausaufgaben zu reduzieren oder gar zu streichen. Wiederholung der Inhalte in Nebenfächern bleibt weiterhin als „Dauerhausaufgabe bestehen.“
  • Hausaufgaben sollten funktional sein, d.h. die Lehrer sollten abwägen, inwieweit die Hausaufgaben dem Lernziel dienen.
  • Die Absprache der verschiedenen Fachlehrer über den Umfang der Hausaufgaben erweist sich als in der Praxis schwierig. Ein zusätzlicher Übersichtsplan, in welchem Hausaufgaben unter dem Zieldatum eingetragen werden, soll einerseits die Klassen zum planvollen Umgang mit ihren Hausaufgaben anhalten und zugleich den Überblick für Lehrkräfte ermöglichen.
  • Hausaufgabenbetreuung findet bereits donnerstags in Mathematik statt. Das Angebot könnte evtl. erweitert werden.
  • Die Initiative „Schüler helfen Schülern“ (s.o.) könnte die Hausaufgabenbetreuung unterstützten.
  • Eine maximale Zeitwochenstunden-Begrenzung für Unterricht und Hausaufgaben, wie in manchen Medien gefordert, wäre praktisch ohne Wert, da der Zeitaufwand für die Schule zu sehr differiert.

Politische Maßnahmen

Herr Amann schilderte eindrücklich, mit welchem Engagement die Rektorenkonferenz bereits in den vergangenen Jahren im Kultusministerium vorstellig geworden ist. Dennoch konnten die Schulleiter kaum etwas bewegen. Der Politik liegen alle Fakten auf dem Tisch, sie folgt aber bisweilen anderen Gesetzen. Insofern ist es sicher wertvoller, wenn wir schulintern etwas für unsere Kinder bewegen, als uns in politische Scharmützel zu stürzen, die wenig Aussicht auf Wirkung haben.
Für diejenigen, die trotzdem politisch etwas tun möchten, sei der Sternmarsch am 19. April 2008 in Stuttgart genannt, der von der Initiative „Schule mit Zukunft“ organisiert wird. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.schule-mit-zukunft.com.
Philipp Vandré, Heidelberg, 29.02.2008

Termine

Di, 29.09.2020
- Mi, 30.09.2020
(Aula und Sporthalle)
Elternabend 5. Klassen
5a, 5b, 5c, 5d
Sa, 03.10.2020
Tag der deutschen Einheit
Do, 15.10.2020
19.30 Uhr (online)
1. Elternbeiratssitzung
18.45 Uhr für neu gewählte Elternvertreter
Do, 15.10.2020
18.30 Uhr
Berufsinfoveranstaltung des Rotary-Clubs Heidelberg für KS1 und KS2
Zwei Runden á ca. 45 Minuten; weitere Organisationsmitteilungen erfolgen an die Schülerinnen und Schüler.
Fr, 16.10.2020
8.30-13.00 Uhr
Alumnitag für die KS1
Für die Schülerinnen und Schüler der KS1 entfällt an diesem Morgen im genannten Zeitraum der normale Unterricht.

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