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Informationen zum vergangenen Schuljahr 2016/17 von Herrn Amann

Sehr geehrte Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

seit zehn Jahren darf ich Schulleiter sein am Gymnasium der St. Raphael-Schulen und zum ersten Mal kann ich mitteilen, dass alle Schülerinnen und Schüler ihr Klassenziel erreicht haben, d.h. alle im Abschlussjahrgang, die zur Abiturprüfung angetreten sind, haben die allgemeine Hochschulreife erlangt und alle Fünft- bis Zehntklässler konnten versetzt werden. Manchmal war es eine „Zitterpartie“, zuweilen half Großzügigkeit, aber unsere Schülerinnen und Schüler wurden den Anforderungen gerecht. Das erfüllt mich wirklich mit Stolz und Freude. Aber weil ich mein Amt inzwischen seit einer Dekade bekleide, höre ich natürlich auch die leisen, besorgten Unkenrufe und Mahnungen: Gab es nicht schon Jahrgänge, die einen noch besseren Abiturschnitt hatten? Alle wurden versetzt? Verkaufen die am „Raphael“ inzwischen auch schon Bildungsramsch und reduzieren ihre Ansprüche?

Nein, ganz gewiss nicht.

Und wenn die Fragesteller, die sich gerne in Retro-Betrachtungen üben, einen Einblick in andere Schulen hätten, so kämen sie garantiert nicht auf die Idee, hier würde Schülerinnen und Schülern alles besonders leicht gemacht. Schule unterliegt einem gesellschaftlichen Wandel wie alles andere auch. Das mag man im Einzelnen bedauern, aber die Gesänge auf den Untergang des Abendlandes sind so alt wie dieses selbst.

Und die Schule der Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat sich nicht nur überlebt, sie ist mausetot. Ihr nachzuweinen, hieße auch deren Schattenseiten auszublenden: eine nämlich oft von dumpfer Paukerei um ihrer selbst willen dominierte und extrinsische Motivationen in abstruser Weise in den Vordergrund rückende Unterrichtsgestaltung mit dem angeblichen Ziel einer Bestenauslese. Keineswegs soll hier einer Schleifung aller berechtigten gymnasialen Ansprüche das Wort geredet werden. Am „Raphael“ wird etwas verlangt. Aber die Voraussetzung dafür, etwas verlangen zu dürfen, ist zunächst, etwas bieten zu müssen. Wer für sein Fach „brennt“, wer seine Schülerinnen und Schüler zu begeistern versteht, wem es gelingt, für das, was er selbst studiert und gelernt hat, authentisch Werbung zu machen, der braucht – davon bin ich überzeugt – in der Regel kein Notenbuch als Druckmittel. (Allerdings will ich mich auch nicht der naiven Illusion hingeben, es ginge ganz ohne solche Hürden…; aber dieses Thema soll jetzt einmal außen vor bleiben.)

Noten sind also Ausdruck der jeweils nach bestem Wissen und Gewissen objektiv vorgenommenen Leistungsmessung, eine Rückmeldung an unsere Schülerinnen und Schüler über ihre Stärken und auch darüber, wo sie ggf. „eine Schippe drauflegen“ sollten. Noten sind hingegen niemals Beurteilungen von Lebenstauglichkeit und Einschätzung von Zukunftsperspektiven. Es ist nicht die Aufgabe von Schule, wegen Leistungsschwächen persönliche Pläne zur Disposition zu stellen, sondern die richtigen Planungen entwickeln zu helfen. Und das mag auch bei einem Abiturschnitt mit einer „3“ vor dem Komma gelingen. Natürlich freuen wir uns aber ganz besonders, wenn viele, bessere Leistungen abrufen können: 54% unseres Abiturjahrgangs haben einen Einserschnitt erzielt. Das ist großartig und verdient Anerkennung und Respekt. Leider ist aber auch damit keine Garantie für ein gelingendes Leben verbunden.

Deshalb schließe ich diese Betrachtung wieder einmal mit der Bitte, Noten – speziell die in der Mittelstufe – einer wohlwollend gelassenen und relativierenden Betrachtung unterziehen zu wollen. Kinder und Jugendliche sind immer weit mehr wert, als ihre Noten auszudrücken vermögen.

Einen weiteren Grund zu Stolz und Freude hatte ich am 22. Juli 2017 anlässlich unseres Schulfestes. In bemerkenswerter Weise haben sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, die Elternschaft und der Schule Verbundene in Projekttagen und am Festtag selbst in vielfältiger Weise tatkräftig engagiert: Dafür sage ich allen sehr herzlich Dankeschön. Es ist in besonderer Weise gelungen, die zahlreichen Aktivitäten sportlicher, musikalischer, kultureller, kulinarischer und organisatorischer Art auf eine breite Basis zu stellen und auf viele Schultern zu verteilen. Wenn sich alle eingebunden wissen, entlastet das auch wiederum Einzelne, die sich sonst selbst zu sehr in Verantwortung fühlen. Das hat der Schule insgesamt sehr gut getan. Wer dabei war, wird bestätigen, welch harmonische Atmosphäre und heitere Stimmung den Samstagnachmittag über bis in die Abendstunden herrschten. Sie werden verstehen, dass ich an dieser Stelle keine namentlichen Würdigungen vornehme.

Zum Rückblick aufs Schuljahr gehört wie in den vergangenen Jahren auch die Bitte ans Kollegium, diesen Info-Brief zu nutzen. Es erreichten mich die folgenden Mitteilungen:

Schüler machen Zeitung – so heißt es seit vielen Jahren im Deutschunterricht. Auch in diesem Jahr nahmen die 8. Klassen an diesem Projekt der "Rhein-Neckar-Zeitung" teil und schrieben abwechslungsreiche Beiträge, die in großer Zahl in einer Sonderbeilage der RNZ veröffentlicht wurden. Unter dem Titel „Nutzt Eure Stimme und Fantasie – Wie lässt sich die Plastikverschmutzung der Weltmeere aufhalten?“ erschrieben sich Alexa Salzberger, Leon Estermann und Philipp Wossidlo aus der Klasse 8L1 (Frau Dr. Philipp-Sattel) den ersten Preis für den interessantesten Artikel in dem im Rahmen des Projekts von der Sparkasse Heidelberg ausgelobten Schreibwettbewerb.

Am 12. Mai 2017 fand eine Lesung für die 10. Klassen durch die ehemalige Schülerin des St. Raphael-Gymnasiums und heutige Referentin in der Schulabteilung des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Stefanie Wally, statt. Sie präsentierte ausgewählte Textpassagen aus ihrem Buch „Akte Luftballon“, welches ihre ost-westdeutsche Freundschaft zu ihrer Brieffreundin Anke während der deutschen Teilung thematisiert. Im Anschluss ergab sich eine intensive Diskussion zu den angesprochenen Inhalten des Buches und Frau Wally stand zudem für Fragen der Klasse 6b zur Verfügung, die das Buch im Deutschunterricht zusammen mit ihrer Lehrerin Susanne Probst und dem Referendar Steve Bahn behandelt hatte.

Vom 10.12.–16.12.2016 fand der 10. Schüleraustausch mit dem Sammon Keskus Lukio Tampere, Finnland statt (eine der von der Europäischen Kommission ernannten Partner-Schulen der Zukunft). Für die teilnehmenden Schüler (mit Begleitlehrktaft Frau Stier-Walz) war es eine einzigartige Gelegenheit, Finnlands zweitgrößte Universitätsstadt, das PISA-Land Finnland, Kultur und Menschen kennen zu lernen und dabei Englisch als Kommunikationssprache anzuwenden. Der Aufenthalt gipfelte für unsere Schüler in der bisher unbekannten Erfahrung des Eislochschwimmens nach einem Saunagang. Die sich anbahnenden Freundschaften lassen den europäischen Traum Wirklichkeit werden.

Herr Grünewald meldet verschiedene Unternehmungen im Rahmen unseres religiösen Profils zurück:
Die 8. Klassen waren im Frühjahr 2017 jeweils für Einkehrtage eine Woche zu Gast im Jugendhaus der Benediktinerabtei Meschede.
Am Sonntag, dem 26.3.17, fand ein „Frühstück im Winter" für Bedürftige an der Schule statt. Die Gäste wurden von Schülern ab Klasse 9 bewirtet und das Frühstück konnte über Spenden der Elternschaft finanziert werden.
Am Wochenende vor den Pfingstferien war eine kleine Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern zu Gast im Stift Neuburg, um mehr über das dortige Klosterleben und die benediktinische Spiritualität zu erfahren.
Vom 3.7. bis 7./8.7.17 fanden Einkehrtage [Anm.: ausnahmsweise wieder in der KS 1] statt. Die Schülerinnen und Schüler konnten zwischen drei Angeboten wählen: einer Taizéfahrt, Einkehrtagen mit dem Fahrrad und Pilgern auf dem Jakobsweg von Köln nach Aachen.

Begrüßung und Abschied gehören zum alljährlichen Ritual einer Schule.
Im kommenden Schuljahr können wir wieder zahlreiche neue Kolleginnen und Kollegen willkommen heißen:
Frau Anke Braschkat (E/Esp) übernimmt dankenswerterweise eine Vertretung bis zum Halbjahr; Frau Christine Hoff (D/B/Ek) kommt neu zu uns und wird auch in der Theaterarbeit Akzente setzen; Frau Julia Merkel ist uns als Referendarin aus den Schuljahren 2014-16 bereits bekannt und kehrt nun als Lehrerin (D/Gmk/It) zu uns zurück; die Herren Felix Gäng (M/B), der bereits als Referendar hier bekannte Michael Stuhlmüller (M/P) und Ferdinand Straub (M/Sp) verstärken die Männerfraktion des Kollegiums und verjüngen die Mathematik-Fachschaft weiter.

Aus dem aktiven Dienst verabschiedet wird Herr OStR Gert Weinelt (M/P).
Rund 36 Jahre lang unterrichtete er am „Raphael“ und kann manche Anekdote aus seinem Berufsleben beisteuern.
Anlässlich einer Studienfahrt nach Budapest beispielsweise hat er 1984 seine Schülerinnen ums Frühstück gebracht, weil er die Mädchen dazu aufgefordert hatte, sich zurückzuhalten. Andere Hotelgäste sahen das freilich nicht so. Und so war das Büfett schließlich so leer wie die Mägen seiner Schützlinge. Obwohl er mit der Vorstellung, an einer katholischen Mädchenschule zu unterrichten, zunächst gefremdelt hatte, überzeugte ihn der Anruf der damaligen Schulleiterin Frau Friedrich, als ihm sinngemäß dargelegt wurde: „Wenn Sie am Telefon ja sagen, haben Sie einen Job; hier ist eine Idylle.“ Bald schon war er Verbindungslehrer und MAV-Mitglied. Im Rückblick stellt Herr Weinelt fest, dass sich der Lehrerberuf stark gewandelt hat und sicher nicht einfacher geworden ist. Aber, dessen ist er sich gewiss, ist es am „Raphael“ sicher angenehmer als anderswo. Das liegt, so sagt er, an der pflegeleichten Klientel, den Freiräumen und an dem tollen Kollegium. – Seine Leidenschaft für den Segelflug führte ihn zum Ausbildungslehrer und zum Ausbilder für Gebirgsflieger in Südfrankreich. Für sein unermüdliches Engagement für den fliegerischen Nachwuchs erhielt Herr Weinelt schließlich das Bundesverdienstkreuz. Herrn Weinelt sagen wir ganz herzlichen Dank für seinen jahrzehntelangen Einsatz an dieser Schule und wünschen weiterhin allzeit guten Flug!

Auf Wiedersehen sagen wir auch zu unserem Hausmeisterehepaar Elvira und Michael Gansjuk. Etwas mehr als fünfzehn Jahre haben sie hier einen wertvollen Dienst verrichtet und waren Anlaufstelle für die vielen kleinen und großen Sorgen. Geduldig und stets zugewandt ließen sich beide für alles rund um die Schule gewinnen und fanden immer eine Lösung. Erstaunen rief zuweilen das Wärmebedürfnis der in der doch ohnehin warmen Kurpfalz Lebenden hervor, wenn schon die Heizung aufgedreht werden sollte, während Herr Gansjuk doch noch im Kurzarmhemd auf dem Schulhof unterwegs war. Ob das wohl an seiner Herkunft aus Dagestan im nordöstlichen Kaukasus liegt? Im Abschlussgespräch sagte Frau Gansjuk zwei bemerkenswerte Sätze, die ich sehr gerne hier wiedergebe: „Ich kann nur Gutes sagen. Wir waren nie enttäuscht.“ Das können wir genauso sagen: Obwohl sie nach eigener Auskunft „russisch denken“, war das nie eine Hürde zur Verständigung und so können auch wir nur Gutes sagen und waren nie enttäuscht. Im Namen der ganzen Schulgemeinschaft sage ich stellvertretend sehr herzlichen Dank für den langjährigen und sehr liebevollen Einsatz für „Haus und Hof“ sowie für alle, die mit unserer Schule zu tun haben.

Für die Einführungszeit des Nachfolge-Ehepaars Nadezda und Sergej Rein stehen, wie wir wissen, Gansjuks ganz sicher gerne weiter zur Verfügung. Und bezüglich des „russischen Denkens“ müssen wir uns ja, wie die Vornamen signalisieren, auch nicht umstellen. Na ja, und was das Temperaturempfinden betrifft, wird man sehen…

Herzlich willkommen am „Raphael“, liebe Familie Rein!

Ihnen und Euch allen wünsche ich erholsame Ferien und freue mich aufs Wiedersehen im September.

gez. Ulrich Amann

Es folgt noch eine Terminübersicht zum Schuljahr 2017/18

Bei den unterrichtsfreien Zeiten sind jeweils der erste und letzte freie Tag genannt:

Unterrichtsbeginn: Mo, 11.09.2017
Klasse 6-10: 8.45h im jeweiligen Klassenzimmer
Unterricht nach Stundenplan von 9.35h bis 13.05h
KS2: 8.45h, R121
KS1: 9.30h, R121

Herbstferien: Sa, 28.10.2017 - So, 05.11.2017
Weihnachtsferien: Fr, 22.12.2017 - So, 07.01.2018
Faschingsferien: Sa, 10.02.2018 – So, 18.02.2018
Osterferien: Sa, 24.03.2018 – So, 08.04.2018
Pfingstferien: Sa, 19.05.2018 – So, 03.06.2018
Sommerferien: Do, 26.07.2018 – So, 09.09.2018
zusätzliche freie (Brücken-)Tage:
Mo, 02.10.2017 und Fr, 11.05.2018

Elternabende:
Klassen 5+6: Mo, 25.09.2017
Klassen 7 bis 9: Do, 28.09.2017
Klasse 10 + Kursstufen: Mi, 04.10.2017
Elternsprechtag: Fr, 23.02.2018

Eltern-Informationen:
Info-Abend für Viertklässler-Eltern:
Mi, 24.01.2018
„Tag der offenen Tür“: Info-Nachmittag
für Viertklässler und ihre Eltern:
Fr, 02.02.2018

Termine

Di, 29.09.2020
- Mi, 30.09.2020
(Aula und Sporthalle)
Elternabend 5. Klassen
5a, 5b, 5c, 5d
Sa, 03.10.2020
Tag der deutschen Einheit
Do, 15.10.2020
19.30 Uhr (online)
1. Elternbeiratssitzung
18.45 Uhr für neu gewählte Elternvertreter
Do, 15.10.2020
18.30 Uhr
Berufsinfoveranstaltung des Rotary-Clubs Heidelberg für KS1 und KS2
Zwei Runden á ca. 45 Minuten; weitere Organisationsmitteilungen erfolgen an die Schülerinnen und Schüler.
Fr, 16.10.2020
8.30-13.00 Uhr
Alumnitag für die KS1
Für die Schülerinnen und Schüler der KS1 entfällt an diesem Morgen im genannten Zeitraum der normale Unterricht.

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