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Museumsbesuch im Lockdown: Dem Neandertaler auf der Spur

Auch die Lockdownzeit darf mal etwas Gutes mit sich bringen: So bekamen der Leistungskurs sowie der Basiskurs der Kursstufe 2 von Tine Hoff am Mittwoch, 10.02.2021, die Gelegenheit, ohne weite Anreise nach Nordrhein-Westfalen dem dortigen Neanderthalmuseum einen Besuch abzustatten.

Das Neanderthalmuseum befindet sich am legendären Fundort zehn Kilometer östlich von Düsseldorf, an welchem vor über 160 Jahren Knochenfragmente des namensgebenden Neandertalers entdeckt wurden.
So konnten wir unser Wissen zur Humanevolution, das wir uns in den letzten Monaten vor und in der Homeschoolingphase angeeignet haben, überprüfen und vertiefen: In einer sehr anschaulichen persönlichen Online-Führung durch die coronabedingt menschenleeren Räume des Museums kam durchaus das Gefühl auf, selbst vor Ort zu sein.

Unser Museumsführer, ein studierter Archäologe, unternahm mit uns eine Zeitreise durch die Menschheitsgeschichte – von unseren Anfängen in Ostafrika vor mehr als vier Millionen Jahren über verschiedene Hominiden bis hin zum Neandertaler. So vermittelte er neben den evolutionsbiologischen Merkmalen der verschiedenen Hominidenarten auch die molekular- und paläogenetischen Hintergründe sowie die Analysemethoden der Evolutionsforschung auf eine gut verständliche Art.

Auch unsere Fragen, die im Unterrichtsgeschehen aufgekommen waren, konnte er mithilfe unterschiedlicher Exponate erläutern und mit aktuellem Wissensstand belegen.

Basierend auf dem derzeitigen Forschungsstand erklärte er uns unter anderem die hypothetischen Auswirkungen der Neandertalergene in unserem heutigen Genom: So sind jene nicht nur an der Keratinbildung in Haut und Haaren beteiligt, sondern stärken auch die Fruchtbarkeit von Frauen. Zugleich erhöhen einige Neandertaler-Gene das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 oder an der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn zu erkranken. Darüber hinaus haben schwedische Forscher im seit 2010 sequenzierten Neandertalergenom ein Gen gefunden, das bei den Trägern ein bis zu dreimal höheres Risiko verursacht, schwer an COVID 19 zu erkranken.

Nicht zuletzt ermöglichten uns die lebensechten Rekonstruktionen unserer Vorfahren, ihre Werkzeuge, Schädel und Unterkiefer, die wir in der Ausstellung zu Gesicht bekamen, sich durchaus als Teil der großen Menschenfamilie zu begreifen.

Text: Tine Hoff
Fotos siehe Link

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