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Ein Ausflug mit Puccini in die Welt der Oper

Am 21.01 kamen Mitwirkende des Theaters Heidelberg an unsere Schule, um alle Italienischschüler und weitere Interessierte in die Oper “Madama Butterfly” einzuführen. Darunter befanden sich der amerikanische Tenor Chaz´men Williams- Ali aus den USA und der in Deutschland studierte italienische Dirigent Claudio Novati.

Erstmal wurden alle Schüler durch das Erzählen von Hintergrundinformationenen und der Handlung auf den selben Wissensstand gebracht. Dabei haben wir folgende Informationen erhalten : Die “tragedia giapponese” Madama Butterfly ist eine Oper des Komponisten Giacomo Puccini, der als einer der Berühmtesten gilt. Die Inspiration für die Oper hat Puccini von dem Dramatiker Devid Belasco und dessen Theater-Inszenierung von “Madam Butterfly” bekommen.

In der Oper widmet Puccini sich der japanischen Kultur, denn die Oper spielt im der Stadt Nagasaki. Cio-Cio-San alias Madama Butterfly, die Protagoninstin, ist ein Mädchen von 15 Jahren. Sie lebt in schwierigen Verhältnissen, nachdem der Vater rituellen Selbstmord begangen hat und sie darauf angewiesen ist, als traditionelle japanische Unterhalterinnen (Geisha) zu arbeiten. Als nun der Marineoffizier Benjamin Franklin Pinkerton nach Nagasaki kommt, soll dieser die ihm über den Vermittler Goro vermittelte junge Cio-Cio-San und ein Haus für 999 Jahre erwerben. Cio-Cio-San ist in den Offizier verliebt und erhofft sich durch ihn ein glückliches Leben führen zu können, besonders nach der Heirat. Dieser jedoch meint es mit ihr nicht ernst. Er glaubt überall und zu jeder Zeit Mädchen finden zu können, und macht sich einen Spaß aus der Ernsthaftigkeit Cio-Cio-Sans. Sein Begleiter Konsul Sharpless warnt Pinkerton in seinem Verhalten gegenüber der verliebten Cio-Cio-San, doch Pinkerton beachtet seinen Ratschlag nicht und heiratet gewissenlos.

Das zieht folgenschwere Nachteile für Cio- Cio-San mit sich, denn diese wird von ihrem Onkel Bonzo aufgrund ihrer Konvertierung zum Christentum zugunsten von Pinkerton und der westlichen Welt, zu der sie nun durch die Heirat gehört, verstoßen. Mit der Hochzeitsnacht endet der erste Akt. Der zweite Akt beginnt 3 Jahre später. In der Zwischenzeit hat Cio-Cio-San einen Jungen von Pinkerton auf die Welt gebracht, während Pinkerton zurück in die Staaten gekehrt ist. Es ergibt sich, dass der Konsul von der Rückkehr Pinkertons in einem Brief erfährt und diesen Cio-Cio-San, indem jedoch steht, dass dieser kein Kontakt zu ihr aufnehmen möchte, überbringen und ihr raten will, sich durch eine erneute Heirat (mit ihrem Verehrer Yamadori) finanziell wieder abzusichern. Cio-Cio-San lässt ihn jedoch nicht zu Wort kommen und bereitet fröhlich die Rückkehr ihres Ehemannes vor. Durch einen Kanonenschuss im Hafen wird die Ankunft Pinkertons angekündigt. Als die neue Frau Pinkertons von dem Kind erfährt, will diese es mitnehmen und engagiert das Hausmädchen von Cio-Cio-San, Suzuki, als Vermittlerin zwischen sich und Madama Butterfly. Darauf gibt es ein Gespräch zwischen Cio-Cio-San und der neuen Ehefrau, in dem Cio-Cio-San der Entscheidung zustimmt, dass der Junge mit dem Vater und der neuen Frau zu seinen Gunsten nach Amerika geht. Butterfly bittet die amerikanische Ehefrau dennoch, den Sohn erst eine halbe Stunde später abzuholen. Das Theaterstück endet damit, dass Cio-Cio-San sich mit dem Messer des Vaters selbst tötet. Der Ausgang der Oper ist jedoch in den Gesangseinlage des Offiziers erahnbar, so Chaz´men Williams-Ali, da dieser in einem seiner Arien singt, den Schmetterling (Englisch: butterfly) in Besitz zu nehmen, trotz des Risiko diesem die Flügel zu zerstören, also den überlebensnotwendigen Teil des Schmetterlings zu zerstören, und damit nur der Tod des Selbigen einhergehen kann.

Unsere Italienisch-Lehrerin Frau Canitano hat desweiteren auf das auch noch heute aktuelle, grundlegende Problem aufgezeigt: Der Gedanke von Männern, junge Mädchen (in finazieller Not) einfach kaufen zu können. Ein weiteres Thema, das angesprochen wurde, ist das Zusammentreffen zweier Kulturen, das der Japanischen und der Amerikanischen. Dazu wurde uns von dem Dirigenten Claudio Novati erzählt, dass die Hymnen beider Nationalitäten in die musikalische Komposition eingeflochten wurden.. Auch haben manche Personen ein persönliches Leitthema und werden somit auch musikalisch charakterisiert. Die Stimmeinteiliungen sind folgendermaßen: Madama Butterfly wird von einem Sopran gesungen. Pinkerton und Goro sind Tenöre, wobei uns erzählt wurde, dass dies eigentlich ungewöhlich sei, da der Tenor normalerweise den Helden und nicht dem Bösewicht darstelle. Suzuki und die amerikanische Ehefrau sind Mezzosoprani und Sharpless ein Baritone. Der Onkel Bonzo wird von einem Bass gesungen.

Nach genauen Informationen zur Oper konnten die Schülerinnen und Schüler persönlich Fragen an den Tenor und den Dirigenten stellen, die diese gerne beantwortet haben.

So konnten wir erfahren, dass der Opernsänger mit Gospel, Pop und Jazz augewachsen ist und erst über die High School zum Operngsang gekommen ist, ebenso wie, dass er aufgrund der notwendigen Mobilität im Beruf vor Heidelbeg schon in Amsterdam und London gearbeitet hat, was für viele Sänger, so Chaz´men Williams-Ali, nicht gut mit einem privaten Leben vereinbar sei, aber an seinem Beispiel erkennbar, doch möglich sei. Seine Frau, eine Pianistin hat mit ihm ein Kind und seine Schwestern und Eltern sieht er zwar selten, dennoch steht er mit ihnen in Verbindung. Hilfreich allgemein für die Kinder von Sängern sei, das Homeschooling (in Amerika möglich), bei dem die Flexibilität des Kindes ebenfalls gewährleistet ist. Der in Weimar studierte Orchesterleieter Claudio Novati hat uns außerdem den Unterschied zwischen Puccini und Verdi erläutert, denn der ältere Verdi hat seine Oper duchkomponiert und den Gesang des Sängers durch eher begleitende Musik in den Vordergrund gestellt. Puccini jedoch lässt das Orchester mit dem Gesang des Opernsängers spielen, wodurch beide in Konkurrenz stehen und somit auch kräftigere Sänger erfoderlich sind, wie wir auch anhand zwei Zwischeneinlagen zu hören bekommen haben.

Weitere Informationen gab es zu der Vorbereitung einer Oper im Theater Heidelberg. Diese dauert ungefähr eineinhalb Monate und beginnt damit, dass der Operndirektor die Besetzung sowohl zwischen theaterinternen Sängern als auch Gastsängern auswählt. Die Proben beginnen damit, dass die Sänger erstmals die Stücke auswendig lernen müssen, um dann die szenischen Proben machen zu können. Diese finden noch nicht im Opernsaal statt.

Wenn dann im Maguarre-Saal mit dem Orchester geübt wird, werden die Haupt- und Generalproben gemacht und zum Schluss die Aufführung. Dazu hat uns der Tenor erzählt, dass dies in Amerika anders ablaufe, da dort nur eine Probezeit von ca. drei Wochen bestünde und auch nicht so intensiv geübt werde, denn die Sänger sängen nicht so, wie bei der Aufführung, sondern würden nur markieren.

Am 27. Januar sind dann die Italienischklassen in die Oper gegangen. Dafür haben sich alle Schüler um 19 Uhr im Theaterhaus eingefunden. Um 19.30 Uhr hat die Oper begonnen. Erstmals konnte man die Gehilfin von Cio-Cio-San, Suzuki, sehen. Diese befand sich auf einer Erhöhung, die von einem Rahmen mit daran befestigten Schiebetüren in zwei Bereiche geteilt war und das Zuhause von Cio-Cio-San darstellen sollte. Durch die Befestigung des Gebildes auf einer drehbaren Scheibe konnte der Einblick des Publikums entweder ins Öffentliche oder Private des Zuhauses gerichtet sein. Die Bühne wurde durch einen Steg erweitert und gegen Ende auch auf den Aufgang zu den Türen des Opernsaals verlegt bzw. vergrößert. Der Hintergrund wurde projiziert. Außerdem wurde im zweiten Akt im Hintergrund ein teilsweise unregelmäßig rotgefärbtes Tuch aufgehängt, das schon auf den Ausgang der Oper hindeutete: Den Suizid Madama Butterflys. Die Veränderung der Stimmung innerhalb der Oper war auch anhand von oben herab aufgehängter Papiersonnenschirme erkennbar, die nach und nach sowohl in ihrer Farbigkeit dunkler wurden, als auch ihr materieller Zustand abgenommen hat, der bis hin zur Zerstörung der Schirme geführt wurde. Die besonderen traditionellen Kimonos der japanischen Figuren, waren sehr farbenfroh, wobei der von Suzuki eher in einfachen Farben gehalten war, wodurch möglicherweise die hierarchischen Unterschiede erkennbar gemacht werden sollten Interessanterweise befanden sich zwischen den Kimonokostümen auch beinahe mangahafte Kostüme.

Im theatralischen Sinne hat man bei der Aufführung die Spannung zwischen den beiden Kulturen und vor allem den nicht vorhandenen Respekt des Marineoffiziers Pinkerton deutlich erkennen können, da dieser beispielweise direkt ein Foto mit seinem Smartphone mit Suzuki machen wollte, ebenso, wie er sehr deutlich seine Abneigung gegenüber dem traditionellen Getränk, dem Tee, gezeigt hat, indem er seine Hand wegen der heißen Teetasse geschüttelt hat und stattdessen lieber heimischen Wiskey trinken wollte. Ebenfalls wusste er bei der Begegnung der Familie von Cio-Cio-San, die sich vor ihm hingekniet hat, nicht, wie er ragieren sollte und auch beim Eintreten in das Haus war ihm nicht bewusst, dass es dort üblich ist, seine Schuhe auszuziehen. Das Aufgeben der Kultur Cio-Cio-Sans durch Pinkerton wird außerdem im zweiten Akt deutlich, indem sie, statt wie vorher im traditionellen Kimono, moderne westliche Kleidung trägt.

Alle Sänger haben sehr ausdruckstark gesungen, aber die Hauptdarstellerin ist besonders hervorgetreten, sodass diese sogar mitten im Akt Applaus nach einem ihrer Parts erhalten hat.

Nach der Oper wurden noch Fotos mit dem Tenor Chaz´men Williams-Ali und dem Bariton James Homann gemacht.

Wir danken dem Theater Heidelberg für diese einmalige Einführung und unseren Italienisch-Lehrerinnen Loredana Canitano und Marianna Bieser für die Organisation!

Text: Stella Celeste Uysal (KS1)
Fotos: Lena Herrmann (9d)

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