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Rabih Abou-Khalil zu Besuch bei der Bigband des St. Raphael-Gymnasiums

Mit über einer Million CD-Verkäufen und jeder Menge Auszeichnungen zählt der aus dem Libanon stammende Komponist, Oud-Spieler und Jazzmusiker Rabih Abou-Khalil zu den ganz Großen des Jazz. Er steht zudem wie kaum ein anderer für eine Musik, die sich aus arabischen Wurzeln speist und sowohl europäische Klassik als auch amerikanischen Jazz involviert.

So war die Vorfreude mehr als riesig, als feststand, dass er mit der Bigband des St. Raphael-Gymnasiums in Form einer Masterclass zusammenarbeiten würde. Am Donnerstag, den 17. Oktober 2019 war es dann soweit: Als Rabih Abou-Khalil den Proberaum betrat, sorgte bereits sein Esprit und sein unvergleichlicher Charme, gepaart mit einem offensichtlichen „Schalk im Nacken“, bei den Schülerinnen und Schülern sowie deren Leiter Dr. Peer Hübel für großes Vergnügen einerseits, aber auch für eine konzentrierte Wertschätzung andererseits.

Einige Mitglieder der Bigband hatten zusammen mit Peer Hübel schon am Abend zuvor die Möglichkeit ihn zusammen mit seinen Trio-Partnern live in der Friedenskirche Heidelberg zu hören. Mit seiner rhythmusgetriebenen, in Tradition getränkten, nach vorne schauenden Musik überwand er mühelos musikalische Grenzen, verband arabische mit westlicher Musik sowie mit Jazz und Blues-Elementen.
Im Proberaum am „Raphael“ gab Abou-Khalil dann allen Beteiligten wertvolle Tipps in Sachen Improvisation, Zusammenspiel und Gestaltung – vor allem aber im Hinblick auf die Phrasierung und das Spiel von ungeraden Taktarten und die Kombination von melodischen Zweier- und Dreierfolgen.

Nachdem Bigbandleiter Peer Hübel die Schülerinnen und Schüler zuvor auf den Künstler eingestimmt hatte, spielte die Bigband verschiedene aktuelle Titel ihres Programmes vor, um im Anschluss wertvolle Ratschläge zu erhalten. Beim verjazzten Popklassiker Billy Joels „Just the way you are“ zum Beispiel unterwies Abou-Khalil den Sänger Simon Heidt in Präsenz und Performance – er sollte der Band zeigen, wer der „Chef im Ring“ ist. Dies sei unabdingbar um „über“ eine Bigband dieser Größe zu singen. Zudem gab er der Band gezielte Anweisungen, wie sie ihren Gesangssolisten optimal unterstützen kann.

Nachdem die Bigband darauf Irving Berlins „Let‘s face the Music and dance“ intoniert hatte, dessen Form im zweiten Teil geöffnet wurde um über eine bestimmte Akkordfolge zu improvisieren, gab Abou-Khalil hilfreiche Tipps für eine gelungene Solo-Improvisation: vor allem durch die Kombination von Zweier- und Dreierphrasierungen sowie der Idee, dass man mit seinem Instrument eine Geschichte erzählt, seine jeweils ganz persönliche Geschichte – ein ganz ähnlicher Ansatz, wie ihn ein Jahr zuvor die Bigband durch die Jazzlegende Archie Shepp erfahren hatte.

Abou-Khalil unterstrich dabei den Willen, sich auszudrücken bzw. sich ausdrücken zu wollen. Dabei geht es laut ihm gar nicht mal so sehr um die Fähigkeit, etwas spielen oder singen zu können, sondern eher um das Herausstellen einer Art „Mitteilungsbedürfnis“ sich künstlerisch ausdrücken zu wollen.

Im zweiten Teil der Masterclass kamen die Schülerinnen und Schüler und ihr Leiter mit arabischer Musiktradition in Kontakt: Abou-Khalil unterwies sie zunächst in ungeraden arabischen Metren und ließ erst einmal die von ihm deklamierten Metren von allen nachklatschen – das war schwer genug.

Als dies immer besser funktionierte, einigten sich alle auf eine orientalisch anmutende Tonskala. Nachdem Metrik und Tonmaterial etabliert waren, wurden die ungeraden Taktarten wie 11 Sechzehntel immer um weitere Taktgruppen erweitert, so dass ausgedehnte, „zickzack-metrige“ Improvisationen entstanden.
Als das immer besser funktionierte, groovte die Band regelrecht. Jeder hörte auf jeden. Die anfängliche Unsicherheit der Musiker wich der Begeisterung und dem Ausdruckswillen. Ungeahnte Möglichkeiten und Klänge taten sich für die Schülerinnen und Schüler auf. Es war eine knisternde, hoch konzentrierte Atmosphäre, in der die Band etwas ganz Eigenes erschaffen konnte.

Zum Abschluss der Masterclass beantwortete der Künstler im Austausch mit Peer Hübel geduldig auch noch viele Fragen und versprühte ein wirklich positives Lebensgefühl durch sehr persönliche Ausführungen über musikalische Interpretation sowie Anekdoten und Erfahrungen aus seinem abwechslungsreichen Leben.

Text: Dr. Peer Hübel
Fotos: Thomas Löffler und Claudio Nigrelli

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